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Mal relaxen können wie eine Maus in der Falle

In den meisten Fällen enden wir als senile gutmütige Narren, hin und her geschoben von einer rosigen Krankenschwester, die uns anblafft, weil die Bettpfanne wieder randvoll ist. Es sei denn, es nimmt ein gewaltsames Ende -ein Finish, in dem noch einmal alles an uns vorüberzuckt: Mahagoni-farbene Sonnenstrahlen, Girls am Strand, Plattfüße, Haarschnitte, rasselnde Wecker, ein rasender Puls. Egal wie, es kommt nie richtig zusammen. Ich gehe in Bars, durch leere schmale Seitenstraßen, ins Wettbüro, frage mich, was ich eigentlich will, und denke wehmütig an Urwälder voll Kletterpflanzen und ähnliche Dinge, z.B. an Mäuse, die sich mit den Vorderpfoten die Nase putzen. Ich sehe mir die Leute an, aber sie sind alle beschäftigt mit Dingen, die ein Spinner wie ich für Unfug hält: Ein Haus abstottern, von da nach dort kommen, Geld verdienen und darüber reden. Das einzige wovon man etwas hat, ist wahrscheinlich rücksichtslos zu schlafen, aber auch das geht nicht lange genug gut - überall werfen sie Preßlufthämmer an, die Kirchenglocken juckt der Schweiß der Beter, die Bienen stechen, die Fenster gleißen, Boote kentern und verfüttern ihren Inhalt an die Haie, nur Kanonen schlafen ungestört in Museen. Ich gehe weg von allem, habe nichts gelernt, weiß jeden Tag weniger, meine Hände werden magnetisch angezogen von meiner Kehle, meine Füße tragen mich voran wie bewußtlose tierische Extremitäten, in Gegenden hinein, wo es schimmelt und gärt, in eine behagliche Hölle, voll von Grünzeug, Ranken und Lianen, und dafür danke ich ihnen auf den Knien.

Charles Bukowski


Witz des Jahrzehnts

Jesus spaziert im Himmel umher und sieht plötzlich einen alten Mann, der ihm irgendwie bekannt vorkommt. "Wie heißt Du?" fragt er. "Joseph!" sagt der Alte. "Und was tatest du in der anderen Welt?" - "Ich war Tischler." - Und hast du einmal einen Sohn verloren?" - "Ja!" - "VATER!" ruft Jesus. "PINOCCHIO!" schreit der Alte.

 

Arbeit

Unser Leben ist Mord durch Arbeit; wir hängen sechzig Jahre lang am Strick und zappeln, aber wir werden uns losschneiden.

Georg Büchner "Dantons Tod" I. Akt, 2. Szene


Freiheit

Zu sagen "Hier herrscht Freiheit!" ist immer ein Irrtum oder auch eine Lüge
Freiheit herrscht nicht

Erich Fried


Guter Geschmack

Ein falscher Gott, der weiterhin allmächtig ist, ist der sogenannte "gute Geschmack", der nur der Geschmack am Mittelmässigen ist. Im Namen des guten Geschmacks tötet die Gesellschaft jeden ungewöhnlichen Versuch

Jean Renoir


Kultur

Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen sogar Zwerge lange Schatten.


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